Das Rezidiv

Tritt bei dem Patient oder der Patientin ein Rezidiv auf, gibt es oft weitere Optionen. Ein Standardvorgehen wie bei der Erstdiagnose gibt es jedoch nicht. Das weitere Vorgehen ist abhängig von mehreren Faktoren, wie beispielsweise der Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors. Des Weiteren gilt es, den Zustand und vor allem die Wünsche der Patient*innen zu beachten. Die Verträglichkeit der bisherigen Therapien spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Es existieren verschiedene Behandlungsoptionen. So kann der Tumor möglicherweise mit einer erneuten Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Ebenfalls möglich können weitere experimentelle Therapien oder eine Behandlung mit Tumortherapiefeldern, also TTFields (Optune®) sein. Ist der Zustand der Patient*innen jedoch schlecht, kann auch eine rein palliative Versorgung in Betracht gezogen werden.

Ursprung des Wortes: „recidere“ – lateinisch für zurückfallen
Erneutes Tumorwachstum nach einer erfolgten Behandlung
Wird oft mit Metastasen verwechselt

Was umfasst die Palliativmedizin?

Die Arbeit in der Palliativmedizin ist interdisziplinär aufgestellt, da die Erkrankung verschiedene Bereiche beeinflusst, nämlich das körperliche, seelische, soziale und spirituelle Wohlbefinden der Patient*innen und ihrer Angehörigen (Familie, Freunde).
Somit ist die Palliativmedizin eine umfassende Versorgung, die nicht nur die Erkrankung, sondern die Bedürfnisse der Patient*innen in den Fokus nimmt. Eine palliative Behandlung kann zu Hause oder auch im Krankenhaus, einer Palliativstation oder im Hospiz umgesetzt werden.

Wie kann eine palliative Behandlung den Betroffenen helfen?

Wenn eine Krankheit als nicht heilbar eingestuft wird, ist eine frühzeitige Integration der Palliativmedizin sehr wichtig und hilfreich. Die palliative Behandlung kann mit ihrer lindernden Wirkung noch sehr viel für die Betroffenen tun, damit es ihnen in der verbleibenden Lebenszeit möglichst gut geht.

Die Lage und Schnelligkeit des Tumorwachstums können schwere, sich schnell entwickelnde Symptome verursachen. Diese Symptome können einen deutlichen Einfluss auf das Leben der Patient*innen nehmen. Eine frühe Integration einer palliativmedizinischen Behandlung bei einer Tumorerkrankung kann sich daher positiv auf die Lebensqualität der Patient*innen und Angehörigen auswirken. So können unter Umständen überflüssige aggressive Therapien am Lebensende oder belastende Krankenhausaufenthalte vermieden und mitunter die Lebensspanne sogar verlängert werden. Die Palliativmedizin begleitet ebenfalls die Familien der Patient*innen während der Erkrankung. Auch in der Trauerphase bietet sie den Angehörigen Unterstützung.Eine palliativmedizinische Betreuung bedeutet aber keinesfalls, dass alle Behandlungsoptionen bereits ausgeschöpft sind. Im Gegenteil wird zunehmend erkannt, dass eine palliativmedizinische Unterstützung bereits ab der Diagnosestellung hilfreich sein kann.