Über das Glioblastom

Definition

Das Glioblastom („Glioblastoma multiforme“) ist ein aggressiver und bösartiger Hirntumor, der sich aus dem Stützgewebe des Gehirns, den Gliazellen, bildet. Das Glioblastom gehört zur Gruppe der sogenannten Gliome.

Allgemeines

Zu den Gliomen gehören u.a. Astrozytome, Oligodendrogliome und Ependymome. Man nennt sie auch „hirneigene“ Tumoren. Das am häufigsten auftretende Gliom ist das Glioblastom, einer der bösartigsten hirneigenen Tumore. Gliome werden anhand der WHO-Klassifikation eingeteilt (Grad 1-4). Je bösartiger ein Tumor und je schneller das Wachstum, desto höher die Gradierung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt das Glioblastom zum Grad 4 der Hirntumore, was dem höchsten Schweregrad bei Hirntumoren entspricht. Gliome können sich auch im Verlauf von WHO-Grad 2 und 3 auf Grad 4 verändern, sodass sie dann ebenfalls als Glioblastom kategorisiert werden. Primäre, also direkt als WHO-Grad 4 entstandene, Glioblastome treten jedoch häufiger auf.

Verbreitung und Häufigkeit

In Europa erkranken jährlich etwa 3 Betroffene pro 100.000 Menschen an einem Glioblastom (Inzidenz).
Diese Inzidenz ist eher gering, wenn man sie mit anderen Tumorerkrankungen vergleicht. Bei Erwachsenen ist das Glioblastom dennoch der aggressivste und am häufigsten auftretende hirneigene Hirntumor.
Männer sind etwas häufiger von einem Glioblastom betroffen als Frauen (im Verhältnis 1,6 zu 1). Vornehmlich erkranken Menschen im Alter von 55 bis 65 Jahren, es kann aber auch weitaus jüngere oder ältere Menschen treffen.
Bis dato kann man keine gesicherten Risikofaktoren für die Entstehung eines Glioblastom benennen.
  • Plötzliche epileptische Anfälle
  • Kopfschmerzen
  • Lähmungserscheinungen
  • Seh- und/oder Sprachstörungen
  • Schwindelgefühle
  • Gedächtnisstörungen bzw. -lücken
  • Veränderungen der Persönlichkeit

Eine Sicherung der Diagnose erfolgt durch die Neuropathologie. Dafür wird bei einer Operation oder Biopsie eine Gewebeprobe entnommen. Diese wird eingeschickt und das Tumorgewebe wird analysiert. Nach der Einordnung des Tumors durch die genaue Gewebeuntersuchung kann auf Basis des Resultats eine weiterführende Therapie verlässlich geplant werden. Allein mit den genannten bildgebenden Untersuchungen ist diese spezielle Einordnung nicht möglich (vgl. https://www.glioblastom.de/operation/).

Dennoch spielen bildgebende Verfahren für die Diagnose, aber auch für den weiteren Verlauf der Erkrankung eine zentrale Rolle. Damit wird beispielsweise der Erfolg einer Operation oder das Anschlagen einer Strahlen- oder Chemotherapie über bildgebende Verfahren regelmäßig kontrolliert. Das erlaubt den behandelnden Ärzt:innen, Nebenwirkungen zu erfassen und ein Wiederkehren des Tumors frühzeitig zu erkennen.

Computertomografie (CT)

Bei der Computertomografie (CT) handelt es sich um ein röntgenbasiertes Verfahren, das nahezu flächendeckend verfügbar ist. In kurzer Zeit werden dabei Aufnahmen vom Gehirn gemacht. Um die Sichtbarkeit des Tumors zu verbessern, wird ggf. ein Kontrastmittel gespritzt. Die Auflösung der Bilder ist jedoch bei einer Magnetresonanztomografie (MRT) deutlich höher.

Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie)

Die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kernspintomografie ist heutzutage das Standardverfahren in der Bildgebung von Hirntumoren. Dafür werden mittels eines Magnetfelds und verschiedener Sequenzen unterschiedliche Aufnahmen vom Gehirn erzeugt. Diese Aufnahmen haben eine deutlich höhere Auflösung als die der CT, doch auch bei der MRT wird in aller Regel ein Kontrastmittel gespritzt, um mögliche Veränderungen noch besser darstellen zu können.

Positronen-Emissions-Tomografie (PET)

Bei der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) wird eine schwach radioaktiv markierte Aminosäure gespritzt. Anschließend wir die Verteilung der Aminosäure im Gehirn und Tumorgewebe gemessen. Die Aminosäure wird meist vermehrt von Tumorzellen aufgenommen, während das gesunde Hirngewebe diese nur in geringen Mengen oder nicht aufnimmt. Die Strahlenbelastung durch das Kontrastmittel ist bei diesem Verfahren sehr gering. Da die Herstellung und Lagerung des Kontrastmittels allerdings aufwendig sind, wird die Positronen-Emissions-Tomografie nicht routinemäßig durchgeführt. Man nutzt diese Untersuchung aktuell meist bei speziellen Fragestellungen oder wissenschaftlichen Studien.