Gemeinsam gegen Glioblastom

Patient*innen, Angehörige und Ärzt*innen setzen sich für eine bessere Vernetzung von Betroffenen ein

 

Berlin, 04. Juni 2020. Die Patientenbewegung yeswecan!cer und das Deutsche Innovationsbündnis Krebs & Gehirn unter Vorsitz von Prof. Dr. Martin Glas starten heute die Kampagne Gemeinsam gegen Glioblastom in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Glioblastom (GBM) ist der aggressivste Hirntumor und gehört zu den bösartigsten Krebserkrankungen. In den letzten Jahren haben sich Diagnose und Therapie deutlich verbessert. Dieser Fortschritt wird bisher nicht ausreichend kommuniziert. Häufig fehlt es Patient*innen und Angehörigen an Informationen, am Austausch mit anderen Betroffenen, der Möglichkeit voneinander zu lernen und sich in einer Gemeinschaft zusammenzufinden. Gemeinsam gegen Glioblastom schließt diese Lücke und stellt die Interessen und Bedürfnisse von Patient*innen und Angehörigen in den Mittelpunkt: durch die Bereitstellung umfassender, verlässlicher Informationen zum Glioblastom, die Nähe zu Expert*innen und die Möglichkeit der Vernetzung in sozialen Medien sowie virtuellen Veranstaltungsformaten.

 

Orientierungshilfe und Vernetzung für Glioblastom-Betroffene

Die Diagnose Glioblastom ist aufgrund der Aggressivität dieses Tumors für Patient*innen, ihre Familien und Freunde häufig ein Schock. Hinzu kommt ein Gefühl der Isolation: Erfahrungen und Erlebnisse anderer Betroffener sind Mangelware. Dieses Gefühl wird durch die aktuelle Corona-Pandemie verstärkt, denn insbesondere Krebspatient*innen haben als Risikogruppe ihre Kontakte stark einschränken müssen. Gemeinsam gegen Glioblastom möchte unterstützen und bietet Informationen und Kontakte im virtuellen Raum. Auf der Kampagnen-Webseite findet sich ein umfassendes Informationsangebot zur Erkrankung wie auch Berichte von Betroffenen und Angehörigen, die über ihr Leben mit GBM berichten. Raum für Interaktion und Orientierung bietet zudem der Facebook-Kanal. Hier teilen Fachärzt*innen ihre Expertise, Patient*innen ihre Erfahrungen und Angehörige ihre Gedanken.

 

Patient*innen und Ärzt*innen ziehen an einem Strang

Getragen wird die Kampagne von der Patientenbewegung yeswecan!cer und dem Deutschen Innovationsbündnis Krebs & Gehirn unter Vorsitz von Prof. Dr. Martin Glas, Leiter des Neuroonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Essen. „Insbesondere aufgrund der Schwere dieser Erkrankung und der zum Teil nicht ausreichenden Aufklärung über die deutlich verbesserten Therapiemöglichkeiten möchten wir Glioblastompatient*innen Orientierungshilfe zu ihrer Erkrankung und bestehenden Behandlungsmöglichkeiten bieten. Den Start der Kampagne in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen wir als Ausgangspunkt für den Ausbau eines internationalen Netzwerkes in den kommenden Jahren“, so Prof. Dr. Glas.

 

Jochen Kröhne, Geschäftsführer von yeswecan!cer, unterstreicht den Vernetzungsgedanken der Kampagne: „Unsere Kampagne möchte die Gesichter und Geschichten hinter der Erkrankung zeigen, damit das Glioblastom nicht nur graue Krebstheorie bleibt. Unsere Botschaft an die Betroffenen ist klar: Gemeinsam, nicht allein!

 

Die Kampagne wird vom Onkologie-Unternehmen Novocure GmbH freundlich unterstützt.

 

Veranstaltung zum Glioblastom-Tag im Juli

Im Rahmen der Kampagne soll am 17. Juli eines jeden Jahres der Glioblastom-Tag etabliert werden. Dazu findet in diesem Jahr am 17. und 18. Juli 2020 erstmals eine Veranstaltung für Patient*innen und ihre Angehörigen statt. Neben Diskussionsrunden mit Expert*innen können Interessierte an Workshops zu Themen wie Ernährung, Kommunikation und Patientenrechte teilnehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Veranstaltung rein virtuell stattfinden.