3 Fragen an Jasmin & Fabian

Im Mai 2020 verstarb Jasmins und Fabians Vater Bernd Brunke an einem Glioblastom. Er war von Beruf Feuerwehrmann. Als Folge gründeten Jasmin und Fabian den Verein Heldenhilfe e.V., der an Krebs erkrankte Rettungskräfte und deren Angehörige unterstützt. Im Video sprechen sie über den Moment der Diagnose, den Umgang mit der Erkrankung und ihre Ratschläge für andere Angehörige. Mehr von Jasmin und Fabian findet Ihr übrigens hier in unserem Lunch Talk anlässlich der Brain Tumour Awareness Week 2021. 

Wie habt ihr Euch gefühlt, als Ihr von der Diagnose erfahren habt?

Fabian: Zu beschreiben, wie wir uns gefühlt haben, als wir von der Diagnose erfahren haben, ist für uns im Nachgang tatsächlich unfassbar schwer. Es liegt sicher daran, dass wir es in dem Moment auch nicht hätten ausdrücken können. Uns wurde von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Begriff Glioblastom hat in unserer beiden Leben im Vorfeld noch nie eine Rolle gespielt. Mit der reinen Diagnose konnten wir auch nicht zwingend etwas anfangen. Wir wussten nicht, welche Reise uns da bevorsteht, wohin der Weg führen wird und entsprechend konnten wir auch nicht beschreiben, wie wir uns zu fühlen haben. 

Jasmin: Nachdem dann die erste Taubheit und Ungewissheit überwunden war, stellte sich für uns relativ schnell heraus, dass diese Diagnose eben auch mit sich bringt, dass die Zeit, die wir mit unserem Vater nun noch haben werden, durch die Erkrankung sehr begrenzt ist. Das war ein ganz wesentlicher Faktor, der die nächste Zeit  maßgeblich beeinflusst hat. 

Wie habt Ihr gelernt mit der Erkrankung umzugehen? 

Fabian: Nachdem der erste Schock der Diagnose für uns überwunden war, haben wir gelernt, dass das Thema Akzeptanz bei dieser Krankheit eine wahnsinnig große Rolle einnimmt. Wir waren relativ schnell in der Verlegenheit die Dinge so akzeptieren zu müssen, wie sie nun einmal waren. Wir mussten Entscheidungen treffen, wir mussten uns Informationen beschaffen, diese verstehen und das funktionierte für uns am ehesten mit einer gewissen Akzeptanz gegenüber dieser Erkrankung. 

Jasmin: Ein weiterer Punkt, der uns geholfen hat, war natürlich auch das Thema Unterstützung. Das bedeutet zum einen, dass wir natürlich versucht haben – so gut es eben geht – unserem Vater als Erkrankten unmittelbar zu unterstützen. Auf der anderen Seite ist es aber genauso wichtig, dass man sich als Angehörige einen gewissen Support bei anderen lieben Menschen abholen kann. Um so noch einmal seine Kräfte zu mobilisieren, um eben den erkrankten Betroffenen weiter unterstützen zu können. 

Gibt es etwas, das Ihr anderen Angehörigen gerne mit auf den Weg geben möchtet?

Jasmin: Verliert nicht den Mut für den Erkrankten da zu sein und, sofern es denn gewünscht ist, ihn in dem für Euch möglichen Umfang zu unterstützen. Ich glaube auch, dass ein ganz wichtiger Punkt dabei ist, dass man möglichst offen zueinander ist und Verständnis zeigt. 

Fabian: Ihr könnt nicht zu viele Fragen stellen. Wenn ihr nach einem Gespräch mit Eurem Arzt das Gefühl habt, dass zu viele Dinge offen geblieben sind, dann geht auch noch einmal auf ihn zu und erfragt diese. Für die maximale Lebensqualität des Erkrankten könnt ihr nicht zu viel gefragt haben.

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