Leben mit Glioblastom

Wie kann der Alltag mit einem Glioblastom aussehen? Was sind die täglichen Herausforderungen sowohl für Menschen mit Glioblastom als auch für Familienmitglieder und Freunde? Jeder und jede hat seine eigene Geschichte zu erzählen. Ina, Hauke & Nadja sowie Anja geben Euch einen Einblick in ihre Gedanken und ihr Leben.

Ina

Ina hat ein klares Ziel vor Augen und dafür kämpft sie: noch möglichst viel Zeit mit ihren beiden Kindern (7 und 10 Jahre alt) verbringen. So möchte sie etwa den 7-jährigen Sohn, der jetzt in die erste Klasse geht, durch die Grundschulzeit begleiten. Es begann mit Müdigkeit, erhöhtem Schlafbedarf und Konzentrationsschwierigkeiten, die schnell auf viel Arbeit geschoben wurden. Ende Mai 2018 ist sie dann jedoch mit Schlaganfall-Symptomen aufgewacht. Einige Untersuchungen im Krankenhaus folgten; die Diagnose kam nach dem Aufwachen. Ina konnte dies zunächst nicht glauben: wie kann so was in meinem Kopf sein? Schnell wurde die Operation angesetzt, die gut verlief. Nach schweren Phasen erlebt Ina momentan gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern einen schönen Alltag. Denn das ist ihr wichtig: am „normalen“ Leben teilnehmen, die Krankheit auch mal vergessen. Ina fährt Fahrrad, arbeitet in ihrem Garten, geht arbeiten, trifft sich mit Freunden und Familie. All das bringt ihr Mut. Mut weiter zu machen, um das Leben mit ihrer Familie weiter auszukosten und zu genießen.

Hauke & Nadja

Der 21. Juli 2017 begann für Hauke mit Kopfschmerzen. Kopfschmerzen, wie er sie noch nie zuvor erlebte und gegen die kein gängiges Schmerzmittel half. Es dauert zwei Wochen bis die Diagnose feststeht: unheilbarer Hirntumor. Hauke und seine Frau Nadja fühlen sich „wie im falschen Film“ und im ersten Moment alleine gelassen. Im Internet suchen sie nach Informationen, viele davon ernüchtern das junge Paar. Erst ein Gespräch mit Haukes behandelndem Arzt hat ihnen geholfen die Diagnose zu verarbeiten: Er klärte Hauke und Nadja auf menschliche und empathische Weise über die Krankheit auf und ermutigte sie, nicht zu viel im Netz zu recherchieren und so Negativität anzusammeln. Seitdem baut sich Hauke seine „eigene Statistik“. Die Kraft dazu gibt ihm seine Frau, zusammen meistern sie den Alltag und halten sich an den kleinen Dingen fest: ein Spaziergang durch den Wald, der Austausch in der Selbsthilfegruppe oder das nächste Treffen mit der Familie und Freunden.

Anja

Als Anjas Vater die Diagnose Glioblastom erhielt, blieb für Anja und ihre Familie die Welt stehen. Alltägliche Probleme erschienen plötzlich unwichtig, die Krankheit rückte in den Mittelpunkt. Anja wählte den Weg der Konfrontation: Sie recherchierte ausgiebig zum Glioblastom und zu Behandlungsmöglichkeiten. Dabei fiel ihr auf, dass es besonders schwierig ist, Erfahrungsberichte von anderen Patient*innen sowie deren Angehörigen zu finden. Neben fachlichen Informationen über Glioblastome wünscht sich Anja deshalb vor allem in diesem Bereich Verbesserung. Sie ist davon überzeugt, dass es für Betroffene hilfreich sein kann zu erfahren, wie andere mit der Diagnose umgehen und sich auszutauschen. Anja möchte andere Angehörige dazu ermutigen, nicht nur schwere Momente als Familie durchzustehen, sondern auch die guten Momente und die gemeinsame Zeit noch intensiver zu genießen. Die schönsten Augenblicke sind für Anja die, in denen sie neue Wege findet, mit ihrem Vater zu kommunizieren – wie etwa durch das tägliche Austauschen von Bildern, um trotz der Einschränkungen durch die Krankheit am Leben des anderen teilzuhaben.

Die Geschichten von Menschen, die von einem Glioblastom betroffen sind, und der gemeinsame Austausch können bei der Bewältigung der Krankheit helfen. Sie geben anderen Kraft und Inspiration mit der Erkrankung zu leben. Falls Du Deine eigene Geschichte teilen möchtest, freuen wir uns über Deine Nachricht!