Welche Therapiemöglichkeiten sind bislang am effektivsten?

Mittlerweile wissen wir, dass das molekulare Profil des Tumors (der sogenannte MGMT-Promotor Methylierungsstatus) eine große Rolle hinsichtlich der Wahl der effektivsten Therapie spielt. Weiterhin sind das Alter und der Zustand des/der Patient*in bei der Therapiewahl von großer Bedeutung. Seit 2005 wird nach einer möglichst makroskopischen Komplettresektion eine Radiochemotherapie mit Temozolomid durchgeführt. In den letzten 15 Jahren wurde in vielen Studien versucht, diese Therapie zu verbessern. Dies ist in sogenannten vergleichenden (randomisierten) Phase III-Studien, die auch jüngere Patient*innen unter 65 Jahren eingeschlossen haben, nur in zwei Studien gelungen: Bei der einen Studie wurden Tumortherapiefelder (Optune) zusätzlich zur Chemotherapie eingesetzt. Bei der anderen Studie wurde bei Patient*innen mit methyliertem MGMT-Promotor (also Tumore, die möglicherweise auf eine klassische Chemotherapie empfindlicher reagieren) eine Kombinationchemotherapie aus CCNU und Temozolomid während und nach der Strahlentherapie eingesetzt. Basierend auf der aktuellen Datenlage ist daher in der Regel eine Kombination aus möglichst makroskopischer Tumorentfernung, Strahlentherapie, Chemotherapie (CCNU+Temozolomid oder Temozolomid alleine) und Tumortherapiefelder (Optune) am effektivsten. Das heißt aber natürlich nicht, dass neue Therapieformen, die aktuell in Studien untersucht werden, nicht zukünftig noch effektivere Therapieoptionen bieten können.